#BeHeadless #Sexting – Wieso es manchmal besser ist kopflos durch die Welt zu laufen

#BeHeadless #Sexting – Wieso es manchmal besser ist kopflos durch die Welt zu laufen

von Anna, 25

Meine intimsten Wünsche und Gedanken über WhatsApp oder andere mobile Messenger austauschen? Klingt ungewohnt? Ist es auch.

„Ich will dich in mir spüren“ sage ich sonst nur, wenn er gerade nackt auf mir liegt, aber nicht per SMS. Aber wie bei so vielen Dingen gewöhnt man sich schnell daran. Sexy Nachrichten gehen irgendwann ziemlich leicht von der Hand. Zumindest solange man nicht gerade an der Supermarktkasse ansteht.

Zudem ist das ja schon lange nichts mehr, das nur Paare in Fernbeziehungen tun. Dank Tinder und Co. gilt man bereits als prüde, wenn man das nicht macht. Und sind wir doch mal ehrlich. Wir hängen den ganzen Tag am Smartphone, planen unseren Alltag mit sämtlichen unnötigen Apps und heben den Kopf nur, um nicht von einem Autofahrer übersehen zu werden, der gerade selbst online ist. Wieso sollte man dann nicht auch ein wenig Spaß zwischendurch haben?

Nach gefühlten 435 SMS folgt Step 2. Fotos. Intim natürlich. Kamera an, Selfiemodus aktiviert und los geht´s. In Unterwäsche, Dessous, komplett nackt, scheißegal. Je nach dem in welcher Stimmung man sich befindet. Hauptsache heiß.

Männer sind da weniger kreativ. Ich glaube mir stimmt jede Frau zu, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist und schon mal ein Schwanzbild geschickt bekommen hat. In den seltensten Fällen finde ich das antörnend. Naja, trotzdem macht man es den Herren nach und schickt ein Oben-Ohne-Foto zurück. Man will schließlich zeigen was man hat.

Aber was, wenn der Penner am anderen Ende der Leitung auf die Idee kommt die Bilder weiterzuleiten? Sei es, weil ich ihn abserviert, mit seinem besten Freund geschlafen habe oder weil er mit meinen prallen Brüsten einfach bei seinem besten Kumpel angeben will?

 

 

Genau hier setzt die Kampagne #BeHeadless an.

Grob zusammengefasst: Zeigt eure Brüste, zeigt eure Schwänze, zeigt so viele Körperteile wie ihr wollt ABER lasst verdammt nochmal eure Gesichter aus dem Spiel. Denn dann ist es egal - oder sagen wir mal nicht ganz so schlimm - wenn euer Foto eines Tages bei 9gag landet. Außer du bist richtig heiß und machst dir nichts draus, was der Rest der Welt davon halten könnte.

Vor allem für Jugendliche - denn diese Zielgruppe soll die Social Media Kampagne vor allem ansprechen - wird ein Nacktbild, das im Netz auftaucht, schnell zum Spießrutenlauf. An die Konsequenzen denken die 12 bis 17-jährigen erst, wenn es zu spät ist. Nicht selten führt das sogenannte Cyber-Bullying (auch: Cyber-Mobbing) zu schweren psychischen Belastungen der Betroffenen und endet oftmals in Depressionen oder Selbstverletzungen.

Die Kampagne #BeHeadless besteht aus einem Video und einer Website und verbreitet sich durch sämtliche soziale Medien. Mit Masken und kopflosen Körpern wird auf das Thema aufmerksam gemacht und Vorschläge zur Prävention gegeben.

Deshalb noch mal für alle: Sextet so viel ihr wollt aber bitte ohne eure wunderschönen Gesichter.

 

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