Mein erstes Mal mit einer Frau: Warum gleichgeschlechtlicher Sex das Bewusstsein erweitert

Mein erstes Mal mit einer Frau: Warum gleichgeschlechtlicher Sex das Bewusstsein erweitert

von Nala, 23

Wir leben in einer liberalen Welt. Zum Glück. Ich finde es wichtig, anderen gegenüber tolerant zu sein. Keine Vorurteile zu haben. Ich finde es toll, dass schwule und lesbische Pärchen immer normaler werden.

Früher hatte ich immer Angst davor, lesbisch zu werden. Ich hatte erst sehr spät meinen ersten Freund und hatte auch keine große Lust auf Sex. Ich dachte damals manchmal: Was ist, wenn du keine Lust auf Sex hast, weil du eigentlich keine Lust auf Männer hast? Was ist, wenn du dich irgendwann mal in eine Frau verliebst? Ich fand die Vorstellung abartig. Ich fand lesbische Pärchen abartig. Heute weiß ich mit hundertprozentiger Sicherheit, dass ich nicht lesbisch bin und es auch nie sein werde. Dafür liebe ich Schwänze und männliche Muskeln viel zu sehr. Trotzdem finde ich das manchmal schade. Der Grund dafür ist Sina. Sina habe ich vor drei Jahren in einem Berliner Club kennen gelernt. Ich war neu in Berlin. Ich kannte all das nicht, Großstadt, Offenheit, Toleranz. Dort, wo ich herkomme, sind die Frauen nicht lesbisch. Und wenn sie es doch sind, erzählen sie es vermutlich niemandem. Oder ich war einfach blind dafür, weil Homosexualität für mich damals nur in der Theorie existierte. Jedenfalls wäre ich nie auf die Idee gekommen, eine Frau könnte mich ansprechen. Sina tat es. Sie kam zu mir, als ich gerade an der Bar stand. Ich bestellte ein Wasser, später war ich froh, dass ich an dem Abend keinen Alkohol trank. Sie flüsterte mir ins Ohr: „Wir zwei haben heute noch Sex.“ Vor Schreck fiel mir beinahe das Glas aus der Hand. Zunächst prustete ich los, weil ich dachte, sie hatte eine Wette verloren oder ähnliches. Als ich ihr allerdings in die Augen sah und ihr unverhohlen direkter Blick mich geradezu durchbohrte, waren schlagartig jegliche Zweifel daran beseitigt, dass sie jedes Wort ernst gemeint hatte.

Ich erinnere mich genau daran, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging. Ich verspürte Panik und zugleich Erregung. Ich sagte ihr, dass ich nicht auf Frauen stehe und es mir Leid tue. Sie gab sich nicht damit zufrieden.

Drei Stunden später – und ich schwöre, hätte mir das davor jemand erzählt, ich hätte ihn für verrückt erklärt! – lagen wir in ihrem Bett. Sie zog mich langsam aus und streichelte dabei meinen Körper. Es fühlte sich ungewohnt an, aber ich fühlte mich nicht unwohl. Ich sagte ihr, ich wolle sie nicht küssen, ich sei nicht lesbisch. Es war ok für sie. Sie glitt an meinem Körper hinunter und kam auch nicht mehr hoch. Sie respektierte meinen Wunsch und kümmerte sich stattdessen um meine Vulva. Sie liebkoste mich zuerst sanft, dann immer stärker. Ich fragte mich, wann sie sich endlich um meine Klitoris kümmern würde, die hielt ich bis dato nämlich für die einzig erogene Zone an meinem gesamten Körper. Aber sie ließ sie links liegen. Stattdessen drang sie mit der Zunge in meine Scheide und massierte sanft ihre Innenwände. Dann zog sie sich zurück und hauchte warme Luft auf meine Vulva. Sie zog die Schamlippen leicht auseinander und hauchte noch einmal. Ein wohliges Gefühl durchflutete meinen gesamten Körper. Nachdem sie mich einige Minuten so verwöhnt hatte, sagte mir, sie lege jetzt los. Eine Welle der Euphorie überrollte mich. Sie rieb ihre Brüste an den Innenseiten meiner Oberschenkel und dann machte sie wahr, was sie gerade versprochen hatte. Als ihre Finger sich in kreisenden Bewegungen vom After aus dem Eingang meiner Scheide näherten, drohte mein Körper zu explodieren. Ich war so feucht, wie ich es noch nie zuvor gewesen war. Ich dachte kurz: „Jetzt macht sie alles kaputt.“ (An dieser Stelle muss ich kurz erwähnen, dass ich es absolut nicht ausstehen kann, gefingert zu werden. Ich weiß nicht, wen oder was die Herren der Schöpfung in meinem Innern erstechen wollen, ich weiß nur, dass dieses Etwas Schreckliches getan haben muss. Mit einer unmenschlichen Kraft und Härte penetrieren sie meist meine Innereien und wenn ich vor Schmerz stöhne, ist die Reaktion meist „Du stehst also auf harte Stöße.“ Am liebsten würde ich dann schreien: „Ja tue ich, aber nicht unkontrolliert mit deinem spitzen Zeigefinger und nicht so fest, dass ich das Gefühl habe, er kommt gleich oben wieder raus!“) Jedenfalls machte Sina nichts kaputt. Sina machte alles richtig. Sina drang ganz vorsichtig mit ihren zarten Fingern in mich ein. Zuerst mit einem, dann mit zwei. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber vielleicht waren es zum Schluss sogar drei. Alles fühlte sich so wunderbar feucht an. Nirgends hakte es. Nie war sie zu hart. Sie spürte ganz genau, wann ich kurz davor war, zu kommen. Jedes Mal kurz davor hörte sie auf und jedes Mal dachte ich, ich konnte es nicht mehr aushalten. Sie zögerte meinen Orgasmus hinaus, wie es noch nie jemand getan hatte. Sie wusste genau, wo ihre Finger sich gut anfühlten. Sie fingerte mich zum besten Orgasmus meines Lebens. Und dabei hatte ich den vaginalen Orgasmus immer für einen Mythos gehalten.

Minuten, nachdem ich gekommen war, lag ich noch immer regungslos da. Meine Gefühle waren gemischt. Zum einen fühlte ich mich glücklich nach einer der besten sexuellen Erfahrungen, die ich je gemacht hatte. Zum anderen hatte ich Angst, ich wäre nun an der Reihe, müsste mich revanchieren. Die Sorge war unbegründet. Sina lag noch eine Weile neben mir, dann zog sie sich an. Bevor sie ging, sagte sie: „Ich wollte nicht, dass du diese Erfahrung verpasst. Für mich war es schön.“ Ich sah sie nie wieder.

Ich möchte niemals auf das Testosteron im Bett verzichten. Und ich möchte nach wie vor niemals eine Frau küssen. Trotzdem hat Sina mein Sexleben verbessert. Dank ihr weiß ich, was möglich ist. Und das gebe ich nach Herzenslust weiter an die Männer, die mich genau so befriedigen sollen, wie sie es damals getan hat. Nur eben mit Penis und Muskeln und allem, was ich so liebe. 

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