Menschen mit großartigem Sex haben eine Sache gemeinsam: Timing

Menschen mit großartigem Sex haben eine Sache gemeinsam: Timing

von Michelle

Im ausgereiften Alter von 15 – ein Alter geprägt von Hormonen, minderjährigem Alkoholkonsum und Haargel – bekam ich einen hilfreichen Ratschlag. Einer der mich bis zu meinem heutigen Tage beschäftigt.

Ich war Neuling in der Oberstufe und schaute mit ein paar Freunden ein Fußballspiel. Es war einer dieser Nachmittage, an dem wir zusammengepfercht in einem Wohnzimmer einer meiner Kumpel lagen, als sich ein weiterer „Special Guest“ zu uns gesellte: Der Vater meines Freunds (und Herr des Hauses).

Wir hatten gerade rumgequatscht – über das Tagesgeschäft – ihr wisst schon, Mädels klar machen und ohne notgeil rüberzukommen, so in etwa. In diesem Moment entschied sich der Vater meine Freunds einzubringen und etwas aus seiner Erfahrung zum Thema beizusteuern:

Frauen – die wollen es genauso unbedingt wie ihr es wollt. Vergesst das nie.

Natürlich hatte er damit auf Sex und die weibliche Libido angespielt. Und als mich dieser Leckerbissen an Information langsam unwohl fühlen ließ (ausgelöst durch ihn), brachte er mich auch zum Nachdenken.

Bis zu diesem Punkt hatte mir die Gesellschaft immer das Gegenteil weismachen wollen. All die Stereotypen, die in meinem Kopf herumspukten bestätigten „alles woran Männer denken ist Sex“ und wenn es um eine Frau ging, musste Sex erst auf einer emotionalen Bindung aufbauen.

Während Männer Sex als eine Art fleischlichen Akt ansehen, ausschließlich motiviert durch pures Vergnügen, sehen Frauen Sex in einem völlig anderen Licht, so wurde mir das durch Funk und Fernsehen ständig eingebläut.

Der Vater meines Freundes half mir zu verstehen, dass wir alle menschlich sind, unabhängig von unserem Geschlecht und davon, dass wir in manchen Themen unterschiedliche Ansichten haben – am Ende des Tages ist Sex immer noch Sex, egal ob du ein Mann oder eine Frau bist. 

Das ermutigte mich tiefer einzutauchen in die sexuellen Wünsche der unterschiedlichen Geschlechter – Dinge wie die Dauer des Sex oder auch die Dauer des Vorspiels – um dadurch ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, wie wir, als menschliche Wesen, Sex eigentlich sehen.

Als Teil eines Experiments von Miller und Byers, wurden 152 heterosexuelle Paare befragt, welche sexuelle Wünsche sie haben und was sie vermuten, welche sexuellen Wünsche jeweils ihr Partner wohl haben möge.

Fall 1: Vorspiel

Interessanterweise unterschied sich die ideale Dauer des Vorspiels nicht von der des Geschlechtsverkehrs.

Entgegen der Tatsache, dass weibliche Charaktere in Liebesgeschichten immer als romantischer dargestellt werden – wünschen sich Kerzen vor dem Sex mit Rosenblüten auf der Bettdecke – zeigten Frauen kein größeres Interesse am Vorspiel als das Männer taten.

Frauen hingegen erwarteten, dass ihre männlichen Partner eine wesentlich geringere Dauer des Vorspiels wünschten, als dies tatsächlich der Fall war. Vermutlich ebenfalls ein Resultat dieser Stereotypen, die uns in romantischen Filmen und oftmals sogar in Liebesliedern vermittelt werden.

Abgesehen davon, vermuteten Frauen, dass ihre Männer dem Vorspiel keine große Bedeutung zukommen ließen. Tatsächlich zeigten die Resultate, dass sich auch dies als Unterschätzung herausstellte.

Doch steckt etwas Wahrheit in der Aussage, dass Frauen dem Vorspiel mehr Bedeutung schenken als Männer.

Laut Dr. Ruth Westheimer, EdD, für WebMD, ist es für Frauen enorm wichtig ein erfolgreiches Vorspiel zu haben, da es für Frauen mehr Zeit braucht (als für Männer) um ein Lustniveau zu erreichen, das für einen Orgasmus ausreichend ist.

Trotzdem hat es nicht den Anschein, als benötigen – oder wünschen – Frauen mehr Zeit für das Vorspiel um ihr sexuelles Verlangen zu befriedigen.

Fall 2: Geschlechtsverkehr

Wenn es um den sexuellen Geschlechtsverkehr geht, beginnen die Wünsche von Frauen und Männern zu auseinander zu klaffen.

Es dreht sich weniger um das Verlangen nach Geschlechtsverkehr  - im Allgemeinen – als vielmehr um die Dauer des Geschlechtsverkehrs, die die beiden Lager trennt.

Laut Alice Robb von New Republic – und einem Artikel von Harry Fisch – brauchen die meisten Männer nur zwei Minuten im Bett. Frauen, auf der anderen Seite, benötigen generell länger im Bett um einen Orgasmus zu erreichen.

In einer gesonderten Studie, durchgeführt von Petr Weiss and Stuart Brody, wurden tschechische Frauen befragt, wie regelmäßig sie einen Orgasmus hatten, wenn sie mit einem Partner zusammen waren, wie viel Zeit sie durchschnittlich mit dem Vorspiel verbrachten und wie lange der anschließende Geschlechtsverkehr in der Regel andauerte.

Laut Datenauswertung korrelierte die Orgasmus-Regelmäßigkeit stark mit der Dauer des Geschlechtsverkehrs. Bei den Frauen mit einer durchschnittliche Dauer des Geschlechtsverkehrs von 1 bis 10 Minuten gaben 50 Prozent der Frauen an, dass sie meistens einen Orgasmus hatten.

Bei den Frauen mit einer durchschnittlichen Geschlechtsverkehrsdauer von 11 bis 20 Minuten stieg die Zahl auf 62 Prozent und bei 20+ Minuten stieg sie schließlich auf 72 Prozent.

Während es den Männern gelingt ins Bett zu hüpfen und bereits in zwei Minuten ihre sexuellen Verlangen zu befriedigen – so hat es den Anschein, dass sie damit ihre Partnerinnen unbefriedigt lassen.

Am Ratschlag vom Vater meines Freundes scheint also tatsächlich etwas Wahres dran zu sein.

Frauen wollen wirklich genauso viel Sex wie Kerle, allerdings scheint, als wollten sie länger Sex, als die meisten Männer fähig sind zu leisten – was möglicherweise ein Grund dafür ist, dass so viele Paare den Sextherapeuten aufsuchen. 

Wenn ihr mit euren Partnern Turbulenzen im Bett durchlebt, redet darüber.

Sexuelle Probleme haben die Tendenz sich über weite Teile des Lebens hin zu erstrecken. Es ist daher besonders wichtig sie gleich zu Beginn im Keim zu ersticken bevor sie sich auf den Rest eurer Beziehung ausweiten können.

Am Ende des Tages liegt es an der Einsatzbereitschaft von euch und eurem Partner, ob es klappt. Unabhängig davon, wie lange es geht.

Mit diesem Produkt stimmt das Timing auf jeden Fall

 

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